Lokales 29.08.2005 Zwei Einsatzorte stellten hohe Ansprüche an die Einsatzleitung
Gemeinsame Übung der Freiwilligen Feuerwehren aus Oberau, Höchst und LimeshainOBERAU (jm). Einen Beweis ihrer Schlagkraft und Einsatzstärke zeigten die Freiwilligen Feuerwehren von Oberau, Höchst und Limeshain bei einer gemeinsamen Übung an der Waldsporthalle Oberau. Nur vier Minuten nach der Alarmierung war das erste Feuerwehrfahrzeug am Einsatzort, nach 14 Minuten waren die in der Sporthalle vom Rauch Eingeschlossenen gerettet. Einen insgesamt guten Ablauf bescheinigte Alexander Wolf, stellvertretender Wehrführer von Oberau, der für die Organisation und Bewertung der Übung verantwortlich war, seinen Kameraden unter Einsatzleiter Markus Hacker, dem stellvertretenden Gemeindebrandinspektor von Altenstadt. Das Szenario, das Wolf für diese Übung erarbeitet hatte, war alles andere als einfach zu bezeichnen. Bei Arbeiten an der Gasheizung der Waldsporthalle sollte es zu einer Verpuffung gekommen und der Brand von den Arbeitern nicht mehr zu löschen sein. Erschwerend kam hinzu, dass sich in dem Gebäude noch eine unbekannte Zahl Jugendlicher, die sich wahrscheinlich in den Umkleidekabinen aufhielten, befand. Die starke Rauchentwicklung verhinderte, dass sie sich selbst befreien konnten. Da ein Unglück selten allein kommt, geriet ein vorbeifahrender Autofahrer, der das Feuer beobachtete, von der Fahrbahn ab und verunglückte bei der Einfahrt zur Halle. Die Insassen wurden dabei verletzt und eingeklemmt.
Somit zeigten sich den Einsatzkräften gleich zwei Einsatzorte, die wegen ihrer räumlichen Ausdehnung besondere Anforderungen an die Einsatzleitung stellten, die den Bereich in verschiedene Abschnitte einteilen musste. Auch die Vielzahl der durchzuführenden Hilfsmaßnahmen - das Löschen des Brandes, die Suche und Bergung der vermissten Personen sowie die technische Hilfeleistung nach dem Verkehrsunfall - erforderte eine besondere Koordination und Zusammenarbeit.Mit sechs Feuerwehrfahrzeugen, den beiden Tragwagenspritzenfahrzeugen (TSF) aus Oberau und Höchst, dem Tanklöschfahrzeug (TLF) und dem Löschfahrzeug mit technischer Hilfeleistung (LF 8/6 TH) aus Limeshain sowie zwei Mannschaftsfahrzeugen waren die elf Oberauer, zehn Höchster und 13 Limeshainer Feuerwehrleute angerückt und führten unter den Augen zahlreicher Zuschauer ihre Übung durch. Besonders viele junge Zaungäste beobachteten die Maßnahmen am vermeintlichen Verkehrsunfall. Dort wurde mit Hilfe von hydraulischem Rettungsgerät das Dach des Autos abgeschnitten, wobei während der ganzen Übung auf ein möglichst schonendes Vorgehen geachtet wurde. Erst dann konnte die bewusstlose Person geborgen und anschließend das demolierte Fahrzeug zum Abtransport vorbereitet werden.
Weniger spektakulär, da für die Zuschauer nicht sichtbar, aber nicht weniger professionell agierten die Einsatzkräfte in der Waldsporthalle. Vier Trupps mit Atemschutzgeräten waren dort im Einsatz, um sechs Bewusstlose zu bergen. Sechs Personen, fünf Jugendliche und ein Trainer, die sich im sicheren, rauchfreien Bereich der Umkleidekabinen aufgehalten hatten, wurden mit Fluchthauben aus der Halle geführt. Währenddessen drückte ein Überdruckbelüfter den Rauch aus dem Gebäude. Zum Löschen des Feuers waren zwei C-Rohre und ein B-Rohr im Einsatz.Die nachbarschaftlichen Übungen der drei Freiwilligen Feuerwehren finden einmal jährlich statt, da man sich bei realen Einsätzen auch gegenseitig helfe, wie Wolf betonte. Die Feuerwehren von Oberau und Höchst bilden zusammen einen Löschzug. Außer den Übungen der Löschzüge wird einmal pro Jahr eine Übung aller Feuerwehren der Großgemeinde Altenstadt durchgeführt.